Wieso kommen tolle Ansätze wie Beteiligung oft nicht ans Ziel?
Mit diesen und anderen Fragen hat sich Klaus Eidenschink in seinem Vortrag bei den Lotsentagen auseinandergesetzt – und uns Zuhörer:innen auf eine echte Denkreise geschickt.
Eine seiner Kernthesen: Das Leben in Organisationen und Gesellschaften beginnt immer mit einem Paradox – das Gute kann auch schlecht sein und das Schlechte auch gut.
Deshalb geht es darum, tabuisierte Themen anzusprechen, Ambiguität auszuhalten, Fragen zu hinterfragen und die Fähigkeit zu entwickeln, mit Paradoxien umzugehen.
„𝘋𝘢𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘴𝘤𝘩𝘮𝘶𝘵𝘻𝘵 – 𝘶𝘯𝘥 𝘢𝘯 𝘶𝘯𝘢𝘯𝘨𝘦𝘯𝘦𝘩𝘮𝘦𝘯 𝘎𝘦𝘧ü𝘩𝘭𝘦𝘯 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘷𝘰𝘳𝘣𝘦𝘪“ Klaus Eidenschink
Das ist okay. Die Bewusstheit dessen – und der Umgang damit – macht den Unterschied.
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Seine Art, Gegensätze wie Gut und Schlecht oder Problem und Lösung einander näher zu bringen und in einem gemeinsamen Möglichkeitsraum zu halten, hat mich an meine Lieblingsphilosophin Vimala Thakar erinnert. In ihrem Buch „Spirituality and Social Action: A Holistic Approach“ appelliert sie dazu, vermeintliche Gegensätze und fragmentierte Kategorien aufzulösen: zwischen Menschen, zwischen Nationen, zwischen Gut und Schlecht, zwischen dem Politischen und dem Sozialen.
„𝘞𝘪𝘳 𝘬ö𝘯𝘯𝘦𝘯 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘨𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘻𝘦𝘪𝘵𝘪𝘨 𝘯𝘢𝘤𝘩 𝘍𝘳𝘪𝘦𝘥𝘦𝘯 𝘴𝘵𝘳𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘢𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘴𝘦𝘱𝘢𝘳𝘢𝘵𝘪𝘴𝘵𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘞𝘦𝘭𝘵𝘢𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘶𝘶𝘯𝘨 𝘧𝘦𝘴𝘵𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯“ – Vimala Thakar
Sie erinnert daran: 𝗝𝗲𝗱𝗲 𝗞𝗮𝘁𝗲𝗴𝗼𝗿𝗶𝗲, 𝘀𝗼 𝘀𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁𝘃𝗲𝗿𝘀𝘁ä𝗻𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵 𝘀𝗶𝗲 𝘄𝗶𝗿𝗸𝘁, 𝘇𝗶𝗲𝗵𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝘂𝗻𝘀𝗶𝗰𝗵𝘁𝗯𝗮𝗿𝗲 𝗚𝗿𝗲𝗻𝘇𝗲 – 𝘂𝗻𝗱 𝗯𝗲𝘀𝗰𝗵𝗿ä𝗻𝗸𝘁 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗻 𝗥𝗮𝘂𝗺, 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗺 𝗱𝗮𝘀 𝗚𝗮𝗻𝘇𝗲 𝘀𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗪𝗶𝗿𝗸𝘂𝗻𝗴 𝗲𝗻𝘁𝗳𝗮𝗹𝘁𝗲𝗻 𝗸𝗮𝗻𝗻.
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Liest man das oberflächlich, denkt man schnell: Klar, ich bin ja nicht diejenige, die Trennung lebt oder vorantreibt. Doch wenn der Satz tiefer sinkt, wird mir bewusst, wie oft ich im Alltag in Kategorien unterscheide. In gut und schlecht, in Freizeit und Arbeit, in Vor- und Nachmittag, in Deutsch und Englisch, in Natur und Stadt, in vertraut und fremd.
Diese Unterscheidungen erleichtern unser Leben – und ich will sie mir und niemandem absprechen. Aber sie entfalten eine Wirkung, die es wert ist, wahrgenommen und dann vielleicht hinterfragt zu werden.
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Welche Unterscheidung hast du heute schon getroffen?
Und braucht es mehr davon – oder weniger?

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