Was, wenn Geben die Welt verändern könnte?
Im Frühjahr hatte ich die große Freude, Teil einer Panel-Diskussion anlässlich des Weltfrauentag-Events am Flughafen Düsseldorf zu sein.
Das diesjährige Motto lautete weltweit „Give to Gain“ – und ein Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch unsere Gespräche: bewusstes Geben.
Zu Beginn habe ich mich ehrlich gesagt ein wenig an dem Wort „Gain“ gestört.
Es klang für mich zunächst nach einem Gegengeschäft – nach Geben mit Erwartung.
Doch im Laufe der Diskussion – und auch in meiner Vorbereitung darauf – hat sich herausgestellt: Es geht nicht um persönliche „Bereicherung“, sondern um eine viel größere Frage:
Was wäre, wenn wir durch bewusstes Geben unsere Gesellschaft, unsere Organisationen – und auch uns selbst – verändern können?
Also nicht einfach geben, weil es erwartet wird oder zur Rolle gehört.
Sondern ganz bewusst Zeit, Unterstützung, Ideen oder Verantwortung einbringen.
Wenn Menschen auf diese Weise geben, entsteht oft mehr als nur eine einzelne gute Tat.
Es wirkt weiter. Es verbindet. Es öffnet Türen – manchmal ganz unerwartet.
Kernaspekte unseres Dialoges waren:
· Für unsere Gesellschaft macht es einen großen Unterschied, wenn wir uns auch außerhalb unserer eigentlichen Rollen einbringen.
· In Organisationen prägt es die Kultur, wenn Großzügigkeit und gegenseitige Unterstützung wirklich gelebt werden.
· Und persönlich verändert es auch uns selbst: Wir wachsen, lernen dazu, bauen Netzwerke auf – und werden sichtbar in dem, was uns wirklich am Herzen liegt.
Besonders schön war für mich die Möglichkeit, über meine ehrenamtliche Arbeit für das Evolve Magazin zu sprechen.
Sie bedeutet mir viel, weil sie mein Beitrag zu einem „Journalismus von morgen“ ist: ein dialogorientierter Journalismus, bei dem ein Artikel nicht das Ende, sondern der Anfang ist.
Der eigentliche Wert entsteht im gemeinsamen Weiterdenken, im Austausch, im Verweben unterschiedlicher Perspektiven.
Stellt euch vor, die FAZ, die Süddeutsche, der Spiegel würden nicht einfach nur mit ketzerischen Headlines so viele Auflagen wie möglich „verkaufen“ – sondern es als ihre ureigene Aufgabe verstehen Denk- und Dialogräume zu schaffen, die uns als gesamte Gesellschaft weiterbringen…Was wäre, wenn große Medien nichtmehr auf Aufmerksamkeit durch zugespitzte Schlagzeilen setzen würden – sondern sich als Räume für echten Dialog verstehen? Als Orte, die uns als Gesellschaft weiterbringen, statt uns weiter auseinanderzuziehen?
Wir alle gestalten die Welt, in der wir leben, mit.
Und das bedeutet für mich:
Mich einzubringen – auch jenseits meines Jobs.
Mit meinen Worten, mit meiner Zeit, in Gemeinschaften. Im Kleinen wie im Großen. Soweit es neben meiner wichtigsten Rolle – meiner Mama-Rolle – möglich ist.
Und der Gedanke hinter „Give to Gain“ wirkt in mir weiter – nicht wortwörtlich, sondern als Antrieb für gesellschaftliche Transformation.
Was bewirkt er in dir?

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